Entscheidungstext nº 13Os67/91 of Oberster Gerichtshof, October 09, 1991

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Summary


Der Oberste Gerichtshof hat am 9.Oktober 1991 durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Kießwetter als Vorsitzenden sowie durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Hörburger, Dr. Kuch, Dr. Massauer und Dr. Markel als weitere Richter, in Gegenwart der Richteramtsanwärterin Mag. Kandera als Schriftführerin in der Strafsache gegen Dkfm. Gerald W***** und andere Angeklagte wegen des Verbrechens der Neutralitätsgefährdung nach dem § 320 Abs. 1 Z 3 StGB und anderer Delikte über die Nichtigkeitsbeschwerden und Berufungen der Angeklagten Dkfm. Gerald W*****, Dr. Alfred K*****, Dkfm. Dr. Claus Josef R*****, Dr. Peter S*****, Mag. Peter U*****, Dipl.Ing. Johann Peter E*****, Ing. Anton E*****, Mag. Kurt Adolf H*****, Dr. Rainer R*****, Dr. Karl M*****, Erich J***** und Ing. Harald M***** sowie die Berufung der Staatsanwaltschaft gegen das Urteil des Geschworenengerichtes beim Landesgericht Linz vom 1.Februar 1991, GZ 30 Vr 305/87-1968, nach Anhörung der Generalprokuratur in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluß

gefaßt:

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Extract


Entscheidungstext nº 13Os67/91 of Oberster Gerichtshof, October 09, 1991

Spruch

1.

Das Rechtsmittelverfahren wird unterbrochen.

2.

Gemäß dem Art. 89 Abs. 2 B-VG wird beim Verfassungsgerichtshof der Antrag gestellt, den § 320 Abs. 1 Z 3 StGB und die §§ 1, 2 und 7 des Bundesgesetzes über die Ein-, Aus- und Durchfuhr von Kriegsmaterial als verfassungswidrig aufzuheben.

Gründe:

Mit dem Urteil des Geschworenengerichtes beim Landesgericht Linz vom 1.Februar 1991, GZ 30 Vr 305/87-1968, wurden ua die Angeklagten Mag. Peter U***** und Mag. Kurt Adolf H***** des Verbrechens der Neutralitätsgefährdung nach dem § 320 Z 3 StGB, die Angeklagten Dkfm. Gerald W*****, Dr. Alfred K***** und Dr. Peter S***** jeweils des Verbrechens der Neutralitätsgefährung als Beteiligte gemäß den §§ 12 (zweiter Fall), 320 Z 3 StGB und Dipl.Ing. Johann Peter E***** des Verbrechens der Neutralitätsgefährdung teils als unmittelbarer Täter, teils als Beteiligter nach den §§ 320 Z 3 und 12 (zweiter Fall) StGB, der Angeklagte Ing. Anton E***** des Vergehens nach dem § 7 Abs. 1 KMG in der vorsätzlichen Begehungsweise, sowie die Angeklagten Ing. Harald M*****, Dr. Karl M*****, Dkfm. Dr. Klaus Josef R*****, Dr. Rainer R***** und Erich J***** jeweils des Vergehens nach dem § 7 Abs. 1 KMG in der fahrlässigen Begehungsweise schuldig erkannt.

Zur Entscheidung über die von den genannten Angeklagten gegen dieses Urteil erhobenen Rechtsmittel der Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung wurden die Akten dem Obersten Gerichtshof vorgelegt. Bei dieser Entscheidung werden die im Spruch genannten Gesetzesbestimmungen unmittelbar bzw. mittelbar anzuwenden sein.

Rechtliche Beurteilung

Die Angeklagten haben (mit Ausnahme des Beschwerdeführers Erich J*****) in ihren Nichtigkeitsbeschwerden jeweils begehrt, der Oberste Gerichtshof wolle beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung des § 320 StGB bzw. der §§ 1, 2 und 7 KMG in der in der gegenständlichen Strafsache jeweils anzuwendenden (derzeit geltenden) Fassung als verfassungswidrig beantragen.

Auch die Generalprokuratur hat sich für die Anrufung des Verfassungsgerichtshofes ausgesprochen, weil Bedenken gegen die Verfassungsmäßigkeit des § 320 Abs. 1 Z 3 StGB insbesondere wegen mangelnder Bestimmtheit der Norm gerechtfertigt seien.

Diese Begehren finden eine maßgebliche Stütze in dem im Verfahren AZ 25 Vr 1193/89 des Landesgerichtes Linz (AZ 13 Os 34/91 des Obersten Gerichtshofes) vorgelegten Gutachten des Univ.Prof. DDDr. Felix ERMACORA vom 7.Februar 1991 über die Frage der Verfassungsmäßigkeit des § 320 StGB iVm dem Kriegsmaterialgesetz; das Vorbringen der Rechtsmittelwerber deckt sich im wesentlichen mit dem Inhalt dieses Gutachtens.

Die in diesem Guta...

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