Entscheidungstext nº 1Ob694/89 of Oberster Gerichtshof, January 17, 1990

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Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr.Schubert als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr.Hofmann, Dr.Schlosser, Dr.Graf und Dr.Schiemer als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei L*** K***, vertreten durch Dr.Ulrich Polley, Rechtsanwalt in Klagenfurt, wider die beklagte Partei Johann W***, Gast- und Landwirt, Velden, Kerschdorf 6, vertreten durch Dr.Dieter Havranek, Rechtsanwalt in Klagenfurt, wegen S 468.892,20 samt Anhang infolge Revision der klagenden Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Graz als Berufungsgerichtes vom 4.Juli 1989, GZ 5 R 106/89-21, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes Klagenfurt vom 2.März 1989, GZ 24 Cg 126/88-16, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

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Entscheidungstext nº 1Ob694/89 of Oberster Gerichtshof, January 17, 1990

Spruch

Der Revision wird nicht Folge gegeben.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit S 16.698,60 bestimmten Kosten des Revisionsverfahrens (darin enthalten S 2.783,10 USt.) binnen 14 Tagen bei Exekution zu bezahlen.

Entscheidungsgründe:

Gerhard W***, der Bruder des Beklagten, befand sich in den letzten Jahren, so auch in der Zeit vom 1.1.1986 bis 11.9.1987 wegen endogener Psychose mit manischen Phasen mehrmals in stationärer Pflege der Landesheil- und Pflegeanstalt Klagenfurt. Mit Kaufvertrag vom 10.9.1986 verkaufte er seine Liegenschaft EZ 282 KG Kerschdorf an den Beklagten. Es wurde ein Kaufpreis von S 80.000 vereinbart. Dieser Kaufvertrag wurde zwar zu 24 Cg 250/88 des Landesgerichtes Klagenfurt von Gerhard W*** angefochten, nach außergerichtlicher Einigung erfolgte aber eine Klagsrücknahme. Die Kosten des Anstaltsaufenthaltes wurden von der klagenden Partei aufgrund der Vorschriften des Kärntner Sozialhilfegesetzes 1981, LBGl. Nr. 30 vorschußweise getragen. Mit Ausweis der Landesheil- und Pflegeanstalt Klagenfurt vom 16.3.1988, Zl. 850 349/78-11, wurde bestätigt, daß an Pflegegebühren für Gerhard W*** für die Zeit vom 1.1.1986 bis 11.9.1987 abzüglich Teilzahlungen durch Gerhard W*** von S 59.976,20 der Betrag von S 468.892,80 offen sei. Der Magistrat der Landeshauptstadt Klagenfurt als Bezirksverwaltungsbehörde bestätigte am 26.4.1988, Zl 421/250/88, daß gemäß § 30 KAG bzw. § 52 der Krnt KAO der Rückstandsausweis des Landeskrankenhauses Klagenfurt vom 16.3.1988 einem der Vollstreckbarkeit hemmenden Rechtszug nicht unterliegt. Die klagende Partei begehrt den Zuspruch des Betrages von S 468.892,80 samt Anhang bei sonstiger Exekution in die Liegenschaft EZ 282 KG Kerschdorf. Der vom Beklagten zu entrichtende Kaufpreis von S 80.000 liege um mehr als die Hälfte unter dem wahren Wert der Liegenschaft. Gerhard W*** stehe seit einiger Zeit unter Sachwalterschaft. Der Verein für Sachwalterschaft habe mit Schreiben vom 13.1.1988 mitgeteilt, daß Gerhard W*** mittellos sei und die Kosten für den Aufenthalt in der Krankenanstalt nicht bezahlen könne. Eine Exekutionsführung in das Vermögen des Gerhard W*** erscheine aussichtslos. Dem Beklagten sei zum Zeitpunkt des Kaufes der Lieg...

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