Entscheidungstext nº 6Ob617/88 of Oberster Gerichtshof, July 14, 1988

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Der Oberste Gerichtshof hat als Revisionsgericht durch den Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes Dr. Samsegger als Vorsitzenden und durch die Hofräte des Obersten Gerichtshofes Dr. Schobel, Dr. Schlosser, Dr. Angst und Dr. Redl als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei B*** DER Ö*** P*** Aktiengesellschaft, Opernring 3-5, 1015 Wien, vertreten durch Dr. Gottfried Waibel, Rechtsanwalt in Dornbirn, wider die beklagte Partei Hubert Z***, Staplerfahrer, Boznerstraße 24, 6700 Bludenz, vertreten durch Dr. Michael Konzett, Rechtsanwalt in Bludenz, wegen S 223.173,36 s.A. (Revisionsinteresse S 90.000,-- s.A.) infolge Revision der beklagten Partei gegen das Urteil des Oberlandesgerichtes Innsbruck als Berufungsgerichtes vom 6. November 1987, GZ 4 R 133/87-29, womit infolge Berufung der beklagten Partei das Urteil des Landesgerichtes Feldkirch vom 25. Februar 1987, GZ 7 Cg 83/86-24, bestätigt wurde, in nichtöffentlicher Sitzung zu Recht erkannt:

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Entscheidungstext nº 6Ob617/88 of Oberster Gerichtshof, July 14, 1988

Spruch

Der Revision wird Folge gegeben.

Die Urteile der Vorinstanzen werden unter Einbeziehung des in Rechtskraft erwachsenen Ausspruches über die Abweisung des Teilbegehrens von S 133.173,36 samt Anhang dahin abgeändert, daß das Klagebegehren, die beklagte Partei sei schuldig, der klagenden Partei den Betrag von S 223.173,36 samt 1,5 % Zinsen p.m. seit 27. Februar 1986 zur ungeteilten Hand mit Klaus K*** und Vesna K*** binnen 14 Tagen bei Exekution zu bezahlen, zur Gänze abgewiesen wird.

Die klagende Partei ist schuldig, der beklagten Partei die mit S 67.234,75 bestimmten Kosten des Verfahrens aller drei Instanzen (darin enthalten S 6.112,25 Umsatzsteuer) binnen 14 Tagen bei Exekution zu bezahlen.

Entscheidungsgründe:

Klaus K*** war von Mitte 1981 bis August 1985 Arbeiterbetriebsratsobmann der H*** Aktiengesellschaft in Thüringen. Der Beklagte ist dort schon seit mehreren Jahren als Staplerfahrer beschäftigt. Ab Anfang 1984 führte die klagende Partei bei der H*** Aktiengesellschaft "Kredit-Betriebsaktionen" durch, in deren Rahmen Betriebsangehörigen und ihren Familienmitgliedern Kredite zu günstigeren Bedingungen eingeräumt werden konnten. Dabei wurde von der klagenden Partei ein günstigerer Zinssatz als sonst allgemein üblich gewährt. Voraussetzung war, daß der Kreditantrag vom Betriebsratsobmann auszufüllen und von ihm an die klagende Partei zur Entscheidung über die Kreditbewilligung weiterzuleiten war. Der Betriebsratsobmann mußte die Richtigkeit der Angaben im Kreditantrag bestätigen. Für seine Tätigkeit wurde dem Betriebsrat für jeden bewilligten Kredit eine Prämie von S 100,-- angewiesen. Nach Einlangen solcher Kreditanträge prüfte die klagende Partei in der Regel die Richtigkeit der Angaben des Kreditwerbers, sofern sie nur "plausibel" erschienen und der Stempel des Betriebsratsobman...

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